Working Capital Management

Der Begriff des Working Capital Management (nachfolgend kurz WCM) steht für sämtliche Maßnahmen, die auf die Reduzierung vermeidbarer Kapitalbindung und damit die Freisetzung von Liquidität zielen. Es sind Lager- und Forderungsbestände, die sich nicht selten unmerklich im Zeitverlauf erhöhen und Liquidität „fressen“. Sofern zur Finanzierung zusätzlich Bankkredite in Anspruch genommen werden, geht dies nicht selten zulasten des Kapitalumschlags und damit der Unternehmensrentabilität. Ergänzend ist auf das nicht immer zielgerichtete Einkaufsmanagement zu verweisen. Stichworte wie Organisation der Einkaufsberechtigung, Einbezug der Bestandskosten in die Bestellemengenentscheidung und Rückbelastung von Verzugskosten belegen die Relevanz der Thematik.

Dr. R. Fischer, Gründer u. Geschäftsführer der Fischermengroup, stellte in einem kürzlich erschienenen Aufsatz fest: „Die regulativen Auflagen gegenüber den Banken (Stichwort Basel II u. III) führen zu gestiegenen Informations- u. Reportingverpflichtungen (der Kreditkunden), in deren Fokus zunehmend die Kapitalbindung insbesondere im Umlaufvermögen und die sich damit verbindenden Risiken stehen.“

Die sich mit dem zielgerichteten WCM verbindende Reduzierung der o.g. Bestände führt zur Stärkung der Liquiditätsposition und kann – so zeigen zahlreiche Beratungsprojekte – vollständig oder aber zumindest teilweise zur Rückführung bestehender Kredite verwendet werden; desweiteren ergeben sich Vorteile wie

  • Reduzierung des Wertberichtigungsrisikos für Forderungen und Bestände (durch deren Reduzierung)
  • Verbesserung des Zinsergebnisses
  • Erhöhung des Kreditspielraums (da Maßnahmen im Kontext des WCM seitens der Banken grundsätzlich positiv beurteilt werden) gepaart mit einer Verbesserung der Bonitätsbeurteilung und daraus i.d.R. einhergehenden attraktiveren Zinskonditionen.

In einem im Frühsommer abgeschlossenen Projekt zum WCM in einem mittelständischen Unternehmen konnte der aus einer geplanten Marktentwicklung abgeleitete definierte Kreditbedarf durch das zeitlich zuvor umgesetzte WCM um nahezu die Hälfte reduziert werden – und dies, obwohl noch längst nicht alle Synergiepotentiale aus dem WCM erschlossen waren.

Die zielgerichtete Umsetzung bzw. Implementierung eines WCM verlangt jedoch eine Koordinierung der Unternehmensprozesse, die „passende“ Kennzahlen zur Abbildung der Prozesse sowie bestehender Ursache-Wirkung-Zusammenhänge miteinbezieht. Nicht selten lassen sich genannte Kennzahlen in bestehende Reportingsysteme einfügen. Wichtig ist jedoch die adäquate adressatenbezogene Darstellung der Kennzahlen.

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